Online Marketing Newsfeed

Online Marketing Blog von PromoMasters SEO & SEA

Seit 1999 Suchmaschinenoptimierung und Suchmaschinenmarketing

Catch All Funktion bei Domains abschalten oder Klage riskieren

Seit Tagen versendet Österreichs größter Privat-Provider UPC Inode an seine Kunden die Nachricht, dass die Catch All Funktion bei Domains abgeschalten wird. Grund ist ein Urteil des Obersten Gerichtshofes in Österreich (Geschäftszahl des Urteils: OGH, 4 Ob 131/05a). Was ist die Catch All Funktion, wie wirkt sich diese aus und um welches Urteil handelt es sich genau? Lesen Sie hier weiter …


Die Catch All Funktion gibt es für mehrer Funktionen Ihres Webservers. Bei E-Mail Adressen funktioniert dies indem alle E-Mail Nachrichten welche kein eindeutiges Postfach besitzen (*@promomasters.at) an eine definierte Adresse weitergeleitet werden. Der Vorteil ist, dass Sie bei einem Vertipper des Absenders die E-Mail dennoch erhalten, sofern die Domain richtig geschrieben ist. Der Nachteil ist, dass Sie E-Mail Spammern Tür und Tor öffnen, denn diese können an jede Fantasieadresse schreiben solange diese Ihre Domain beinhaltet.

Bei Domains (DNS) sieht dies ähnlich aus. Egal was auch immer vor der Domain steht – der Benutzer wird sofern kein physisches Verzeichnis für die Subdomain vorhanden ist auf den Haupt-Webauftritt weitergeleitet.

Beispiele: (Bis 01.08.2008 zeigen alle diese und ALLE aufgrund Catch All auf den Haupt Webauftritt)

  • promomasters.at
  • www.promomasters.at
  • subdomain.promomasters.at
  • www.subdomain.promomasters.at
  • *.promomasters.at

(Info für Rechtsanwälte die nun gerne eine Abmahnung senden würden. Ich habe die Markenrechte an PromoMasters – also kann keine Verwechslungsgefahr bestehen)

Vorteil durch das Urteil: Die Catch All Funktion bei Domains hatte auch den Nachteil, dass diese missbraucht werden konnte. Es war also ein Leichtes jemandes Inhalte bei Suchmaschinen mit mehreren vielleicht sogar negativen Subdomains anzumelden. Diese wurden z.B. von Google akzeptiert, indexiert und veröffentlicht. Wenn also jemand die http://schmipfwort.beispieldomain.at/ in Suchmaschinen angemeldet oder mit eingeschaltener Toolbar angesurft hatte, dann wurde diese indexiert was nicht immer für Amusement gesorgt hatte. Ausserdem entstand dadurch Duplicate Content. Der dann doppelt oder mehrfach vorhandene Inhalt wurde ausgefiltert und konnte dann auch jener der gut platzierten Domain/URL sein. Resultat; die Top Position war futsch und keiner wusste warum.

Nachteil durch das Urteil: Ein Urteil mehr das die Welt meines Erachtens nach nicht braucht und Abmahnanwälten mal wieder Tür und Tor öffnet sich zu bereichern oder Unternehmern dem Mitbewerb eins auszuwischen und diese mürbe zu machen.

Wenn ein Benutzer in Zukunft aus Versehen nur „ww.promomasters.at“ oder auch „wwww.promomasters.at“ eingibt, wird er vor verschlossenen Türen stehen. Die Eingabe von „www.promomasters.at“ oder auch nur „promomomasters.at“ (wegen dem A-Record) wird diesen zum Ziel führen.

Meine persönliche Anmerkung: Ich bin irrtiert von diesem Urteil, da der Gesetzgeber doch nicht als Regulator für falsche Adresseingaben stehen kann. Wenn ein Benutzer nicht fähig ist einen Bindestrich von einem Punkt zu unterscheiden wird er ein hartes Leben im Internet haben. Als Autofahrer kenne ich auch den Unterschied zwischen für den Betrieb eines KFZ so wichtigen Sachen wie Gas/Bremse oder Vorwärts/Rückwärtsgang – hier könnte auch Verwechslungsgefahr bestehen wenn ich in England Urlaub mache.

Die Möglichkeit eines Vertippers dagegen ist weitaus höher. Dass „whirlpools.at“ gegen „armstark-whirlpools.at“ hier verloren hat ist für mich einmal mehr der Beweis, dass vor Gericht Urteile gesprochen werden. Dass manche Urteile jedoch für mich als Internet Fachmann unverständlich sind und bleiben. Persönlich stellt sich die Frage ob diejenigen welche diese Entscheidung getroffen haben alles Fachwissen eingebracht und sich über die Folgen klar waren. Ein Gerichtlich Beeideter Sachverständiger muss hier auf jeden Fall neutral bleiben und hat somit keinen Einfluss auf die Entscheidung – selbst wenn es ihn schmerzt.

Ich frage mich nur wann die ersten Urteile wegen Catch All bei E-Mail Adressen gefällt werden sowie auch wegen der Verwechslungsgefahr bei verschiedenen Domainendungen. promomasters.il und promomasters.li? Vielleicht werden auch Catch All Funktionen bei Telefonanlagen Grund für eine UWG Klage bieten?

Weitere wertvolle Infos sowie auch gegenteilige Meinungen finden Sie bei www.internet4jurists.at unter whirlpools.at – OGH, Beschluss vom 12.7.2005, 4 Ob 131/05a und Don’t catch all sowie bei Inode UPC den Artikel Catch All bei Inode / UPC.

Das könnte Sie auch interessieren ! Lesen Sie unbedingt auch diese Online Marketing Beiträge.

2 Comments bisher »

  1. Matthias ,

    schrieb am September 10, 2010 @ 15:51

    Es tut mal gut zu lesen, dass nicht nur in Deutschlant komische Urteile gefällt werden.

     

 

Einen Kommentar schreiben

du mußt angemeldet sein, um kommentieren zu können.




Author: | ©1999-2016 PromoMasters Online Marketing Salzburg Österreich | Sitemap